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Wer Sinn stiftet macht mehr Gewinn

Unternehmerkongress für die Wirtschaft von morgen endete nach drei Tagen intensiver Diskussionen

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P R E S S E M I T T E I L U N G

Berlin, 30. September 2019

Unternehmerkongress für die Wirtschaft von morgen endete nach drei Tagen intensiver Diskussionen

Wer Sinn stiftet, macht mehr Gewinn

Gemeinwohlökonomie, sinnstiftende Unternehmen und die damit verbundene neue Rolle des Unternehmers standen im Fokus des ersten Unternehmerkongresses für eine Wirtschaft von morgen. SINN|MACHT|GEWINN, so der Titel der Veranstaltung, bot Anfang September im brandenburgischen Landgut Stober nahe Berlin drei Tage lang intensive Diskussionen, 15 Workshops, eine Innovationswerkstatt und ein Barcamp mit zahlreichen Sessions zu aktuellen Themen, die Unternehmer bewegen. Und die Unternehmen erfolgreicher machen können.

Ein Tenor: Der Mensch muss wieder stärker im Zentrum stehen. Jürgen Dawo, Gründer des Franchise-Systems „Town & Country Haus“, und seit 1982 Unternehmer, sagt: „Mitarbeiterzufriedenheit und -gesundheit sind wichtig. Aber wir müssen aufhören Obstkörbe hinzustellen und Rückenmassagen zu bezahlen, sondern uns bewusstwerden, dass 30 Prozent aller Krankheitstage psychisch bedingt sind. Und das kommt natürlich von Stress und Druck.“
Das beste Mittel dagegen ist sinnstiftende Arbeit. So plädierte Kerstin Friedrich von der Go GREAT GmbH vehement dafür, Verantwortung abzugeben und Mitarbeiter an Unternehmensentscheidungen stärker zu beteiligen. Die Beststeller-Autorin und Keynote-Speakerin betonte, dass der „leichte Machtverlust vollends durch höhere Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation aufgefangen wird“. Teamgeist, Transparenz, Selbstorganisation und Freude am Ergebnis machen den Unternehmer vom Gewinnmaximierer zum Sinnstifter. Das Ganze sei aber kein Selbstzweck, denn Unternehmen, die nach dieser Methode arbeiten, sind nachweislich auch wirtschaftlich erfolgreicher, so Friedrich.

Niedriger Krankenstand dank Mitarbeiterbeteiligung

Mit gutem Beispiel voran geht Michael Stober vom gleichnamigen Landgut, zu dem unter anderem das nachhaltigste Hotel Deutschlands gehört. Der Betrieb arbeitet klimapositiv und kümmert sich um Kita- und Schulplätze für die Kinder der Mitarbeiter. Personalentscheidungen überlässt der Chef seinen Teams, bei Einstellungen hat er nicht einmal ein Vetorecht. Die Idee dahinter: Die Kollegen müssen untereinander klarkommen, und das tagtäglich. Warum soll sich jemand einmischen, der im Tagesgeschäft gar nicht präsent ist? Ähnlich verhält es sich mit Budgets und Finanzen. Hier herrscht bei Stobers größte Transparenz. Die Folge: Die Mitarbeiter werden stärker in die Verantwortung eingebunden und erleben ihre Arbeit als sinnstiftend und wertvoll. Das Ergebnis: Der Krankenstand wurde drastisch gesenkt, das Unternehmen arbeitet seit einiger Zeit in der Gewinnzone, das jährliche Wachstum beträgt 20 bis 40 Prozent. Und davon profitieren die Angestellten umgehend durch Gehaltserhöhungen. Ein perfektes Beispiel, wie ganz im Sinne des Kongressnamens Sinn Gewinn macht.

Ins gleiche Horn bläst der Österreicher Christian Felber, der sinnstiftende Unternehmen als attraktive Alternative zum leistungsgetriebenen Business-Betrieb unserer Tage sieht. Der Autor und Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung erkennt sogar eine Überlegenheit dieses Denkens, denn „die Gemeinwohl-Ökonomie etabliert ein ethisches Wirtschaftsmodell. Das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens“. Dies sei nicht neu, aber immer mehr vonnöten. Er plädierte dafür, die Wirtschaft aus den Sphären der empirischen Naturwissenschaft zurück zur ethisch motivierten politischen Ökonomie zu führen.

Bauen ohne Verzögerung und Kostenexplosion? Das geht!

Gleich ein ganz neues System des Wirtschaftens hat Bauunternehmer Jürgen Mittmann im Sinn, wenn er Prozesse digitalisieren und demokratisieren will. Er kennt die Probleme der Branche aus eigener Erfahrung nur zu gut: Störungen im Baubetrieb sind an der Tagesordnung. Sie führen zu erheblichen Verzögerungen und immensen Mehrkosten. Der Berliner Flughafen BER mag da nur als Spitze des Eisbergs gelten.
In der Innovationswerkstatt stellte Mittmann ein Modell vor, das das gesamte Bauwesen revolutionieren könnte. Sein Ansatz: Prozesse vom Bauobjekt her denken und nicht mehr vom Auftraggeber und den Gewerken. Durch digitale Tools kann so die gesamte Prozesskette optimal gesteuert und Handwerker besser koordiniert werden. Die Folge: Bauwerke werden pünktlich und ohne Kostenexplosion fertiggestellt. Heute noch undenkbar, aber laut Mittmann „relativ schnell realisierbar“. Voraussetzung ist eine neue Denke bei Bauherren und Bauunternehmern inklusive der Aufgabe von Herrschaftswissen, also faktisch die Demokratisierung des Prozesses. Klingt nach Utopie? „Keinesfalls. Und das Modell ist auf die meisten Branchen schnell anwendbar“, sagt Mittmann.

Konkreter Nutzen für Unternehmer

Für viele der teilnehmenden Unternehmer brachten die neuen, zum Teil revolutionären Denkansätze durchaus greifbare Ergebnisse, die sie schnell in ihrem betrieblichen Alltag umsetzen wollen. So sagte Dr. Andrea Gruß vom Bildungsdienstleister two4science GmbH in Darmstadt: „Mir hat es gefallen, mich mit anderen Unternehmern auszutauschen und zu hören, vor was für Herausforderungen sie gestanden und wie sie die gelöst haben. Ich habe daraus ganz viele Ideen und Anregungen für mein Unternehmen mitgenommen. Und das werde ich jetzt im Kleinen wie im Großen umsetzen.“

Ähnlich äußerten sich die meisten der rund 70 Teilnehmer. Viele von ihnen mussten die zahlreichen Eindrücke und Anregungen erstmal sacken lassen. Andere haben schon konkrete Vorhaben mit in ihre Betriebe genommen. „Ich habe demnächst einen Teamtag in meinem Unternehmen, wo ich einiges davon zur Sprache und in die Umsetzung bringen will. Dieser Kongress wird lange Auswirkungen haben“, resümierte der Berliner IT-Unternehmer Daniel Görtz.

Bei so viel positiven Eindrücken und Resultaten wurde der Ruf nach einer Neuauflage schnell hörbar. Auch hier zeigte sich Initiatorin Ellen Uloth bestens vorbereitet: „Wir freuen uns darauf, in einem Jahr wieder im Landgut Stober zusammenzukommen. Dann mit weiteren erstklassigen Referenten und in noch größerem Rahmen mit mehr Workshops, Speakern und Teilnehmern.“
Vom 4. bis 6. September 2020 wird es erneut SINN|MACHT|GEWINN heißten. Dafür gibt es ein Early-Bird-Angebot: Wer sich bis zum 31. Oktober 2019 bewirbt, zahlt nur 990 Euro zzgl. MwSt. statt des normalen Preises von 1.190 Euro.
Bewerbungen sind schon jetzt über die Website möglich: www.sinnmachtgewinn.de/bewerbung

Ansprechpartner für Interviews

Ellen Uloth, Initiatorin und Veranstalterin SINN|MACHT|GEWINN
smile! GbR Ellen Uloth & Thomas Uloth
Fon +49 (0)30 / 30 30 68 -300
E-Mail: euloth@smile-buero.de

Kerstin Friedrich
Go GREAT GmbH
Friedrich Strategieberatung
Vor dem Hagen, 27243 Dünsen
Telefon: +49 176 47030809
E-Mail: friedrich@friedrich-strategie.de

Michael Stober
Landgut Stober Kontor GmbH & Co. Betriebs KG
Behnitzer Dorfstraße 27-31
14641 Nauen OT Groß Behnitz
Telefon: +49 033239-20 80 60
E-Mail: info@landgut-stober.de

Christian Felber
Gemeinwohl-Ökonomie Christian Felber
Halbgasse 15/20, 1070 Wien, Österreich
Telefon: +43 664 5900382
E-Mail: info@christian-felber.at www.christian-felber.at

Jürgen Mittman
dilb GmbH Digitale Logistik und Bauservice
Ortsstraße 11, 07819 Miesitz
Telefon: +49 36482 2533-32
E-Mail: jfm@dilb.de

Weitere Materialien und Kontakte erhalten Sie gern auf Anfrage bei der Initiatorin Ellen Uloth.

Foto-Galerie: www.sinnmachtgewinn.de/stories/das-war-sinn-macht-gewinn-2019

Fotonachweis: Alle Aufnahmen stammen von Aleksander Vogiatzis, www.vogagency.de.

Video-Mitschnitte der Keynotes und Statements auf dem sinn.macht.gewinn-Youtube-Kanal: youtube_sinn.macht.gewinn

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